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Als vor über 30 Jahren die Stader Stadtväter sich um ein altes Schiff für ihren Stader Hafen bemühten, suchte zur gleichen Zeit unser Skipper und der damalige Schuldirektor der Hauptschule Hohenwedel einen alten Segler für die Schule.
Aus diesen beiden Zielen wurde ein großes Projekt.
Als 1982 der Unternehmer Karl Meyer die damalige „Passat“ für eine symbolische Mark der Stadt Stade überließ, war die heutige „Wilhelmine“ in einem sehr schlechten Zustand und musste von Grund auf saniert und restauriert werden.
So haben sich damals Lehrer, Schüler und Schülerinnen aus verschieden Schulen von Stade sowie deren Väter für dieses Projekt gemeldet.
Die Stadt Stade unterstütze die finanzielle Seite, die Lehrer und Väter standen mit ihrem Know How zur Seite und bildeten so die Jugendlichen aus. Die Schüler und Schülerinnen waren bereit, zuerst im Schlamm und Dreck zu wühlen und dann über drei Jahre den Ewer zu restaurieren.
Auch heute, 30 Jahre später, muss das Schiff durch regelmäßige Arbeiten gepflegt werden.“So können die Kinder ab 11 Jahren zu uns an Bord kommen und machen von Anfang an alles mit.
    Aufgaben wie die Bilge säubern, Rost klopfen, abbürsten und mennigen, fegen, malen, lackieren, Holzarbeiten, Stahlarbeiten, das Deck schrubben, …. gehören fast zum Alltag.
Ebenfalls lernen die Jugendlichen die am meisten gebrauchten Knoten und handwerkliche Arbeiten, wie Tampen spleißen und das Flicken der Segel.
Auch die typischen Hausarbeiten gehören dazu. So wird auf längeren Fahrten von den Kindern und Jugendlichen das Essen selber gekocht.
   
Dazu gehört ebenfalls die Backschaft, d. h. es wird alles abgeräumt, sauber gemacht, abgewaschen, gefegt, Müll entsorgt. Bei einer Crew bis zu 12 Leuten auf dem Schiff ist die Ordnung und Hygiene ebenfalls wichtig, so wird auch die Toilette geschrubbt und das Waschbecken gesäubert.
Einige unsere Mitglieder fahren und pflegen die “Wilhelmine” seit so vielen Jahren, dass sie schon ihr zweites Zuhause geworden ist.
Mit der Zeit wächst die Sicherheit, die Qualifikation und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, und sie fahren schon mit 15 / 16 Jahren als Stammcrew bei Gästefahrten mit und betreuen die Gäste. Viele sind mit 16 Jahren so erfahren, dass sie das Schiff jederzeit allein in einen Hafen bringen könnten. Leider werden nicht alle Skipper, da der Erwerb des nötigen Führerscheins sehr kostenintensiv ist.
Bei einem solchem Zusammenhalt entwickeln sich Freundschaften, es werden gemeinsame Freizeitaktivitäten geplant und oft sind die Eltern mit dabei.
Zur Zeit ist jeden Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr ist Arbeitstag am und auf dem Schiff. Danach wird bei geselligem Beisammensein der Feierabend bei Kaffee, Tee und Kuchen genossen.
  Neben der Arbeit gibt es jedes Jahr einige Höhepunkte, wie die Rumregatta in Flensburg, der dreiwöchige Sommertörn in Nord- oder Ostsee, das Treffen der Traditionssegler in Glückstadt oder alle vier Jahre der Besuch der Sail in Bremerhaven, …
Für unser Bordleben sind Rituale wichtig, aber auch Regeln. So sind z.B. Alkohol und Nikotin an Bord verboten, Handys bleiben während der Fahrt unter Deck in den Backskisten, der respektvolle Umgang untereinander steht an erster Stelle sowie die Kontaktpflege mit dem Elternhaus.
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